Das Erbe des GT-R

 

Das Exterieur-Design ist eng an den 2005 von Nissan auf der Tokyo Motor Show gezeigten GT-R Proto angelehnt. Zugleich übernimmt es auch viele stilistische Gemeinsamkeiten vom GT-R Concept aus dem Jahr 2001.

„Wir zielten auf ein Design mit eindeutig japanischer Formensprache – der GT-R ist ganz eindeutig kein europäischer oder amerikanischer Sportwagen“, sagt Shiro Nakamura, Senior Vice President und Chief Creative Officer, Design und Brand Management, Nissan Motor Co. Ltd. „Des weiteren wollten wir die hohe Funktionalität des Wagens herausstellen – der GT-R ist einfach zu nutzen und zu bewegen – sowie das stolze Erbe der Baureihe fortführen.“

Der neue Nissan GT-R ist ein maskuliner Wagen mit individuellem Charakter. Mit Mut zur Ecke, breiten Schultern, flach kauerndem Aufbau und flachem Unterboden ist er zugleich eines der aerodynamischsten Autos der Welt (Cw = 0,27).

 

 

Im Vergleich zum GT-R-Proto von 2005 erfuhr lediglich die Frontpartie als Folge neuer Gesetze zum Fußgängerschutz nochmals größere Änderungen.

Es ist das erste Mal, dass ein Nissan GT-R nicht auf einem Großserienmodell aufbaut (der Vorgänger basierte auf dem Skyline). Das gab Designdirektor Nakamura, dem zuständigen GT-R-Chefdesigner Hasegawa und dem übrigen Nissan-Designteam große Freiheiten bei der Kreation des ultimativen japanischen Superautos.

„Es ging uns um mehr als nur einen normalen, schnellen Wagen. Der GT-R ist ein wirkliches Superauto: gedrungener, muskulöser und praktischer als andere seines Genres“, sagt Nakamura. „Daher ist der GT-R auch nicht ungewöhnlich flach. Vielmehr kann man einfach ein- und aussteigen und genießt auch eine manierliche Sicht nach draußen. Diese Funktionalität spiegelt sich im Design wider. Es ist eindeutig weder ein italienischer, deutscher oder amerikanischer Wagen – sondern zweifellos made in Japan. Er ist sehr mechanisch, fast wie ein animierter Roboter. Der Vorgänger R34 GT-R versprühte das gleiche Image. Fast scheint ist, als könnte man mit diesem Auto ein Videospiel bestreiten.“

 

 

Laut Nakamura wollte Nissan bewusst keine eleganten, gefälligen Formen, sondern eine wirklich originelle Designaussage. „Manche Leute, die einen GT-R kaufen, besitzen auch einen Ferrari oder einen Porsche“, sagt er. „Daher muss sich ein Nissan klar von den anderen absetzen. Ich sehe ihn als ein Auto, dass anders als zum Beispiel italienische Sportwagen nicht von weiblicher Schönheit inspiriert ist. Eher standen für uns maskuline Reize Pate. Der GT-R wirkt mit seinen tiefen Flanken sehr durchtrainiert – sie tragen entscheidend zum respektablen Auftritt bei.“

Zu den Details mit funktionalem Hintergrund gehört der auffällige Knick auf Höhe des hinteren Dachpfostens. „Ein sehr auffälliges Detail, das den Luftstrom am Heck verbessert und dem GT-R seine unverwechselbare Linie beschert“, erklärt Nakamura. Auch die Lufteinlässe in den vorderen Kotflügen verbessern die Aerodynamik des GT-R. Die fast schon animalisch wirkenden Schlitze glätten die Luft rund um die Reifen. Zugleich helfen sie bei der Kühlung des großvolumigen Bi-Turbo-V6. Nakamura betont auch die große Wirkung der tief heruntergezogenen, flachen Seitenteile: „Sie sind flach wie ein wohl trainierter Waschbrettbauch, dazu sehr aerodynamisch und helfen auch bei der Einschätzung der Fahrzeugbreite.“

Überhaupt spielte die Aerodynamik eine herausragende Rolle im Design- und Entwicklungsprozess. „Das Design eines neuen Autos ist immer ein Balanceakt zwischen Technik und Ästhetik. Beim Nissan GT-R gab es jedoch wenig Konfliktstoff. Denn wir wussten: Das muss Nissans technisches Aushängeschild sein. Daher arbeiteten unsere Designer sehr eng mit den Aerodynamikern zusammen, um eine exzellente Luftströmung und höchstmöglichen Abtrieb zu erreichen, beides Attribute, die für ein solch schnelles Auto entscheidend sind“, betont der Nissan-Designdirektor.

Die Dachsäulen stehen ziemlich senkrecht – so wird sofort deutlich, dass es sich hier nicht um einen superflachen, aber unpraktischen Exoten handelt. GT-R-Design-Ikonen am Heck sind die vier runden Rückleuchten und die großen, runden Auspuffendrohre – je zwei pro Fahrzeugseite.

So steht auch der neue GT-R in direkter Linie mit den stolzen Vorgängern aus der Skyline- und GT-R-Dynastie. „Er ist auf den ersten Blick quadratisch und kantig, obwohl es beim zweiten Hinsehen viele interessante Krümmungen und subtil modellierte Flächen zu entdecken gibt“, erklärt Nakamura. „Wie bei vielen großen Designs entdeckt man immer mehr, je intensiver man sich mit dem Objekt beschäftigt.“

 

 


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